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Archivarische Erfahrungen und geschichtliche Einblicke in Erfurt

23. Juni 2026

In einem Raum mit geöffneten Fenstern sitzen Menschen in mehreren Reihen hinter Tischen. Vorne steht eine Frau und spricht.

Dr. Nadine Hofmann im Gespräch mit Studierenden im Lesesaal des Erfurter Stadtarchivs (Foto: F. Lehrmann)

Am 23. Juni 2026 unternahmen beide Lehrgänge der Archivschule eine Exkursion nach Erfurt. Unter der Leitung von Dr. Florian Lehrmann besuchten sie zwei Archive in der Stadt.

Im Stadtarchiv Erfurt standen vor allem archivarische Erfahrungen auf dem Programm. Dr. Nadine Hofmann, die das Stadtarchiv seit 2024 leitet, berichtete kurzweilig über ihre Aufgaben und die Einarbeitung in sie. Daneben stellte sie vor, welche Akzente das Stadtarchiv bei der Erledigung seiner Aufgaben setzt. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, intensiv mit ihr ins Gespräch zu kommen. Die Räumlichkeit, der Lesesaal, war dabei an diesem heißen Tag sehr angenehm: Denn das Archivgebäude in der Erfurter Innenstadt ist eine ehemalige Fabrik, die dicke Mauern hat.

Ein Mann steht in einem Raum mit Karteischränken und spricht. Mehrere Menschen hören ihm, meist stehend, zu.

Thilo Günther bei seiner Führung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv Erfurt (Foto: F. Lehrmann)

Nach einer Mittagspause in der Erfurter Innenstadt und einem Fußweg auf den Petersberg besuchten die Teilnehmenden die Außenstelle Erfurt des Stasi-Unterlagen-Archivs, das Teil des Bundesarchivs ist. Der Leiter, Thilo Günther, gab den Teilnehmenden Einblicke in das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR und seiner Erfurter Bezirksverwaltung. Er erläuterte die Funktion und den Aufbau der wichtigsten Karteien des MfS und stellte weitere Unterlagen sowie Gerätschaften dieser Geheimpolizei vor. Er ging auch auf die Sicherung der Stasi-Unterlagen durch Bürgerinnen und Bürger im Zuge der friedlichen Revolution 1989/90 ein und informierte über die Aufgaben des Stasi-Unterlagen-Archivs.

Insgesamt vermittelte die Exkursion einerseits Erfahrungen aus der archivischen Praxis und gab andererseits Einblicke in eine sehr spezielle Provenienzstelle, die Stasi, und ihre Archivalien, die so für die meisten Teilnehmenden neu waren.